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Caipi Author: 5
Seit 1999 findet in Wien jährlich die “Roböxotica” statt, die “weltweit erste und zwangsläufig führende Veranstaltung zum Thema Cocktail-Robotik” (Website).
Die Ausstellung (22.-25.11.2007) zeigt Roboter, die Cocktails mixen, Zigaretten anzünden, plaudern und Theater spielen können. Es wird ein “Annual Cocktail Robot Award” verliehen für die optimale Bewältigung von fünf Aufgaben:
- Cocktails servieren
- Cocktails mixen
- Bargespräche führen
- Zigaretten anzünden
- Andere Verdienste in der Cocktail-Kultur
Außerdem spielen die Roboter dieses Jahr “Hamlet“.
Johannes Grenzfurther vom Co-Veranstalter monochrom erläutert im “Standard”: “Die Roböxotica ist das, wonach man sich bei der Ars Electronica immer sehnt: Den ganzen Tag Cocktails trinken, Vorträge anhören, Gespräche führen und ironische Technikkritik praktizieren. Bei uns ist das synergetisch zusammengelegt.”
Die zutiefst ironische Bildungsveranstaltung verfolgt redliche Ziele: Der Stellenwert der Robotik soll im allgemeinen Bewusstsein verankert werden; nicht zuletzt das “Bureau für Philosophie” als Mitveranstalter setzt Akzente. Stanislaw Lem hätte seine Freude gehabt.
Und auf mechanischem Weg vermitteln die Erfinder auch ein bisschen Lebensklugheit. So wurde “Bic-o-Mat Plus” entworfen, damit er “etwas macht, wofür Roboter wirklich da sind: dem Menschen immer wiederkehrende, monotone und gefährliche Tätigkeiten abzunehmen. Deshalb wird die Zigarette nicht nur angezündet, sondern auch ausgeraucht.”
Am Mittwoch wurde im Stadtteil San Telmo das “Axel Buenos Aires” feierlich eröffnet. Es ist das erste homosexuelle Hotel in Lateinamerika.
Wie die “Welt” berichtet, verfügt das Haus über rund 48 luxuriöse Zimmer. San Telmo ist eine der besten touristischen Lagen der argentinischen Hauptstadt. “Axel”-Gründer Julian Julia Blanch ist optimistisch: Buenos Aires sei mit seiner offenen und lebendigen Kultur ein idealer Standort, erklärte er bei der Eröffnung.
Schätzungen zufolge ist etwa ein Fünftel der Touristen, die Buenos Aires jährlich besuchen, homosexuell. Das entspräche immerhin 300.000 Besuchern. Deren zahlungskräftige Elite möchte Blanch fortan in seinem Fünf-Sterne-Haus willkommen heißen. Ein Blick auf die Homepage bestätigt indes, was man ohnehin vermutet: Auch Heteros sind gern gesehen.
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Wir wissen nicht genau, wie die offizielle Stellungnahme der Sozialistischen Republik Kuba zu Weihnachten lautet, geschweige denn, ob es überhaupt eine gibt. Aber wir ahnen nichts Gutes – zumal der Weihnachtsmann, wenigstens in seinem roten Kostüm, eine Erfindung des Coca-Cola-Konzerns ist.
Die Insel vor der amerikanischen Küste hat aber Einnahmen aus dem Tourismus bitter nötig, um als letzte Bastion des realen Sozialismus im 21. Jahrhundert bestehen zu können. Folglich gibt es inzwischen eine Vielzahl von Angeboten, Weihnachten auf Kuba zu verbringen. Aus dem europäischen Schmuddelwetter mal eben in die Karibik – warum nicht?
Rund 2,5 Millionen Touristen zählt die größte Insel der Karibik jedes Jahr. Ein Aufenthalt über Weihnachten war schon immer beliebt: Von November bis April herrscht nämlich ungetrübtes Ferienwetter. Ohnehin sinken die Temperaturen selten unter 28°C. Wer sich also damit anfreunden kann, seinen Gummitannenbaum in den Sand zu stecken und sich statt Glühwein auch mit einem Cuba Libre anfreunden kann, sollte durchaus mal die Last-Minute-Angebote ansehen. [...mehr]
Der Mojito wurde, wie früher oder später jeder Cocktail, auf Kuba erfunden, und, wie früher oder später jeder Cocktail, dort am Liebsten von Ernest Hemingway persönlich getrunken. Was ihn besonders macht, ist die Tatsache, dass beides stimmt.
Falls Sie erfahren möchten, welche Wahrheiten der Mojito noch so birgt, benötigen Sie:
- 6cl weißen kubanischen Rum
- 1 Limette
- 3 Minzzweige
- 2 TL Rohrzucker
- 4cl Soda
- gestoßenes Eis
Zucker und Minze werden in einem Longdrinkglas mit einem Stößel zerdrückt. Anschließend wird eine Hälfte der Limette ins Glas ausgedrückt. Die verbleibende Hälfte teilen Sie erneut; ein Viertel kommt ins Glas. Danach geben Sie den Rum und das Eis hinzu und füllen mit Soda auf. Solange umrühren, bis das Glas leicht beschlägt. Der Mojito wird mit einem Minzzweig und einer Limettenscheibe garniert.
Geübte Cocktailtrinker schätzen am Mojito, dass er den Atem erfrischt, ohne dass man dazu von der Bar aufstehen müsste. [...mehr]
Acapulco ist eine von Mexikos zahlreichen hinreißenden Küstenstädten. Mit rund 650.000 Einwohnern, einer Vielzahl internationaler Hotels, mehreren Museen und einer pittoresken Altstadt hat die Stadt auch jenseits der Strände einiges zu bieten.
Menschliche Siedlungen konnten bis ins dritte Jahrtausend vor Christus nachgewiesen werden; aber erst, nachdem Cortés die Stadt 1531 entdeckte, gewann Acapulco als pazifischer Seehafen zentrale Bedeutung für den Überseehandel von und nach Südamerika. Heute werden fast nur noch landwirtschaftliche Güter wie Kaffee, Baumwolle und Zucker über die mexikanische Hafenstadt verschifft.
Dafür gewinnt der Acapulco-Tourismus zunehmend an Bedeutung. Die Temperaturen sinken in keinem Monat unter 26°C; 16km Sandstrände und die berühmten Klippenspringer machen Acapulco zu einem beliebten Reiseziel für Urlauber aus aller Welt.
Nicht zuletzt ist Acapulco ein Wort mit mehreren Bedeutungen, aber hier geht’s nicht zum bayrischen Swingerclub.
Ähnlich schwindelerregend wie die Künste der bekannten Klippenspringer Acapulcos ist der gleichnamige Cocktail.
Der Acapulco ist ein fruchtiger Cocktail auf Rum-Tequila-Basis, geschmacklich mit dem Long Island Ice Tea vergleichbar.
- 2cl brauner Rum
- 3cl Tequila
- 10cl Ananassaft
- 3cl Grapefruitsaft
Die Zutaten werden im Shaker mit gestampftem Eis geschüttelt und anschließend in ein hohes Glas abgeseiht. Häufig wird der Acapulco mit einer Ananasscheibe dekoriert. [...mehr]
... oder:
Warum die malerische Karibik-Insel vor der amerikanischen Küste doch kein Ferienparadies für die Mittelschicht der Vereinigten Staaten wurde.
1972: Ein Abend im Hilton Havanna. Männer und Frauen in Abendgarderobe sitzen an den im Saal verteilten Rundtischen; an der Bar werden in unglaublicher Geschwindigkeit Cocktails gemixt. Die Industrie-Funktionäre, die gerade eine Konferenz auf Kuba abhalten, treffen ein. Ein kleiner Kubaner im Smoking erklimmt die Bühne, greift nach dem Mikro und verkündet enthusiastisch: “Ladies and Gentlemen, wie jeden Abend ist es soweit … The King of Rock ‘n’ Roll, Elvis Presley, exklusiv für unsere Gäste !” Und da ist er, schon mehr eine Parodie seiner selbst im glitzernden Anzug, die Haare fettglänzend, ein übergewichtiger, zitternder Mann, “The King”, die Touristen halten es kaum auf den Stühlen aus, ihre Hüften zucken … Elvis, derselbe Elvis wie in ihrer Jugend … und sie bestellen noch einen Daiquiri…
Nicht, dass dergleichen Gedankenspiele besonders ergiebig wären, Elvis Presley hat seinen Vorruhestand ja bekanntlich in Las Vegas genossen.
Ein Blick auf die Geschichte der karibischen Insel, und besonders auf die Entwicklung des Tourismus auf Kuba, lohnt dennoch – um ein Haar hätte die Insel nämlich Las Vegas ersetzt.
Ehe die Gebrüder Castro mit ihren Mitstreitern 1959 die Revolution über das karibische Inselreich brachten, war Kuba ironischerweise eines der Lieblingsziele amerikanischer Urlauber.
Der Kuba-Tourismus war während der Prohibtion in Amerika (1919-32) regelrecht explodiert – Alkoholverbote, Einschränkungen bei Glücksspielen und Prostitution gab es auf der Insel nicht. Die Steuern waren niedrig, die Löhne auch; viele amerikanische Geschäftsleute investierten in Kuba, wollten es regelrecht ausbauen zur Ferieninsel, zum Vergnügungs- und Urlaubsparadies.
Das daraus nichts wurde, liegt an der Revolution und dem umgehenden amerikanischen Embargo. Wer als Amerikaner in den Tourismus investieren wollte, richtete sein Interesse fortan lieber auf Las Vegas.
Im Nachhinein betrachtet, scheinen die Kubaner gerade nochmal Glück gehabt zu haben – ehe die ausländischen Investitionen weit genug gediehen waren, um den morbiden Charme der Altstadt Havannas durch glitzernde Hotelfassaden zu ersetzen, wie es beispielsweise in Rio de Janeiro teilweise der Fall war, kam der Sozialismus, und von da an war für solche Phantasien einfach kein Geld mehr da; wie überhaupt für ziemlich Vieles.
Eine charmante, kleine Website archiviert Postkarten aus aller Welt – darunter finden sich auch Ansichten der Copacabana aus den 10ern und 20ern des vorigen Jahrhunderts.
Der berühmte Strandverlauf ist unverkennbar der gleiche; die Umgebung aber erinnert mehr an ein mediterranes Städtchen als an die glänzende Hotelfassademeile der Gegenwart. Tatsächlich erlebte der Stadtteil erst in den Jahren von 1930-60 seine Blüte, vorher war die Copacabana kaum bekannt.
Inzwischen wird das Viertel von zehn- bis zwölfstöckigen Wohnhäusern dominiert. Regelrechte Häuserschluchten machen den Aufenthalt, besonders nachts, ungemütlich. Die Ein- und Zweizimmerwohnungen in den Hochhäusern werden zum größten Teil von Touristen angemietet; Copacabana ist eine richtige Touristenstadt geworden.
Schnitt – ein Blick zurück auf die Postkarten. Da ist eine große Stadt am Meer zu sehen, flache, ein- bis zweistöckige Häuser und breite Straßen, kaum Verkehr…
Der Vergleich zwischen der alten Stadt und dem modernen Copacabana wirkt fast ein bisschen gruselig.
Eine von vielen Entstehungsgeschichten des Cocktails erzählt von Hahnenkämpfen, von billigem Rum, leichten Mädchen, Blut, Schweiß und Durst: Der Besitzer des siegreichen Kämpfers durfte dem toten Hahn die Schwanzfedern ausreißen; häufig garnierte er seinen Drink damit. Das ist eine brutale, archaische Szene, man denkt an unrasierte Männer in Unterhemden, an kreischende Kampfhähne, die sich im Staub eines schwülen Hinterhofs die Augen aushacken. Irgendwann ging man dazu über, alle Après-Hahnenkampf-Getränke als “cock-tails” (Hahnenschwänze) zu bezeichnen. Natürlich handelte es sich dabei immer noch um den gleichen, schlechten Rum mit Rohrzuckersirup. Nett und blöd, wie wahre Geschichten eben sein sollten.
Wer dagegen heute einen Cocktail bestellt, darf sich nicht wundern über Kreationen, die geschmückter sind als Boy George, bizarrer als eine Lavalampe und bunter als mancher Haschtraum unserer Großeltern.
Erst kürzlich wurde mir, ich hatte einen schlichten Long Island Ice Tea geordert, eine Kreation dargebracht, – man hätte meinen können, ein Alien-Embryo im Muttersaft, die sanft glimmende Nabelschnur inklusive. Dass es sich bloß um den letzten Schrei, blinkende Strohhalme, handelte, wurde mir erst klar, als ich versuchte, das gruselige Ding mit der Gabel raus zu fischen.
Ich bin ja kein militanter Gegner ästhetisch angerichteter Getränke (oder Speisen), aber ich denke, im Fall der Cocktails wurde die Grenze zum Puppentheater vor zwanzig Jahren überschritten.
Und ich wünsche mir ein Lokal, dessen Long Island mich nicht an “Eine unheimliche Begegnung der dritten Art” erinnert. Das alberne Pappschirmchen kann ja meinetwegen bleiben.













